

WESTPACK MARKETING’S BLACK FRIDAY SURVIVAL GUIDE
(EIN FELDHANDBUCH FÜR ALLE, DIE SICH VERWEIGERN – ABER TROTZDEM ÜBERLEBEN WOLLEN.)
FREITAG MORGEN, 08:04.
Der Kaffee ist schon kalt.
Jemand redet über KPIs.
Ein anderer sagt „just a quick post”.
Die Luft ist erfüllt von Stress, Verzweiflung – und neu geschöpftem Optimismus.
Black Friday hat begonnen.
Und wir? Wir weigern uns mitzumachen.
Also, hier ist er: Westpack Marketings Black Friday Survival Guide 2025.
Keine Rabatte. Kein Aufhebens. Nur Karton und Überleben.


1. BAUE EINE FESTUNG
Eine gute Festung ist die Grundlage jeder erfolgreichen Nicht-Aktivität.
Benutze Westpack-Kartons, Klebeband und die letzten Reste deiner geistigen Stabilität.
Sie sollte groß genug sein, um die Welt draußen zu halten,
aber klein genug, um deine Kreditkarte außer Reichweite zu halten.
Hänge ein Schild auf: „No deals, just mindfulness.”
In der Festung findest du Frieden, Kaffee und kollektive Verdrängung.
Letztes Jahr hielt unsere Festung sechs Stunden durch—
bis jemand herauskroch, um mehr Milch zu holen.
Er kam nie zurück.


2. ERNENNE EINEN NOTFALL-PRAKTIKANTEN
Jedes Jahr wird ein Student ausgewählt — Der Auserwählte.
Er hat nur eine Aufgabe: den großen roten Knopf zu drücken, wenn jemand das Wort „Kampagne“ in ernstem Ton erwähnt.
Wir erklären nichts.
Wir sehen ihm einfach tief in die Augen und sagen:
„If we go too far... you know what to do.”
Vor zwei Jahren war es erst 10:17, als der Student den „Kaufen“-Button aus dem gesamten Webshop entfernte.
Es war wunderschön.
Wie ein kollektiver Blackout, erleuchtet von Weihnachtslichtern.


3. LASS DIE TASSE WEG – TRINK DIREKT AUS DER MASCHINE
Kaffee ist kein Getränk mehr.
Es ist eine Überlebensstrategie.
Nach drei Schlucken hörst du Farben.
Nach fünf spürst du den Meta-Algorithmus.
Nach sieben lachst du jedes Mal, wenn jemand „CTR“ sagt.
Es ist nicht gesund.
Aber es ist ehrlich.


4. MACH EINE LUFTPOLSTERDECKE
Niemand spricht. Jeder knistert.
Jedes Geräusch ist ein kleines Ja zum Leben — und ein Nein zum Impulskauf.
Wenn jemand sagt „I saw a great offer,”
reichst du ihm ein Stück Luftpolsterfolie und sagst:
„Pop your needs instead.”
Niemand spricht. Jeder knistert.
Jedes kleine Plopp ist ein Ja zum Leben – und ein Nein zum Impulsausgeben.
Ein Nein zur Untergrabung der Weihnachtsumsätze.
Ein Nein zum Einkaufshype.
Ein Rettungsseil für schwächere Kollegen.
“Give 50% off on…” pop
Puffe deine Bedürfnisse weg.


5. SUCHE RAT BEI DER GESCHÄFTSLEITUNG
Im Büro der QHSE-Managerin findest du den Marder, den Fuchs und die Ente.
Wir nennen sie die Geschäftsleitung.
Sie sagen nicht viel, aber sie beurteilen alles mit ihren leblosen Augen.
Sie haben Kampagnenwochen vor dem Internet überlebt,
und sie wissen, wie man beschäftigt aussieht, während man auf das Mittagessen wartet.
Wenn der Glaube schwindet, gehen wir hinein,
stellen uns im Kreis auf und fragen die Ente:
„Is this okay, Dorte?”
Sie antwortet nicht.
Aber man spürt das Formalin — und die Führung.
Wir nehmen es als Ja.


6. BÜROSTUHLRENNEN MIT ERNSTEM GESICHT
Das hier ist kein Spaß.
Es ist Fluchttraining.
Drei Runden um den Schreibtisch,
ein Drift-Finish durchs Lager,
und du vergisst alles über Kampagnen und Kontoauszüge.
Der Gewinner bekommt drei Minuten frische Luft und einen emotionalen Neustart.
Niemand hat den Preis seit 2022 gewonnen.


7. EINE KREDITKARTE EINFIEREN UND KUNST NENNEN
Wir frieren die Firmenkarte (und die private auch) in einem Eisblock ein und stellen sie in die Kantine.
Ein kleines Schild sagt:
„Financial self-care – limited edition.”
Niemand versteht es.
Aber HR lächelt.
Und das ist das erste Mal seit 2019.
Wenn das Eis schmilzt, sind wir bereit für das Januarbudget.


8. ERSCHAFFE DEIN EIGENES ANGEBOT
Schreib „BUY 2 – GET 0“ auf ein Banner für deine Website.
Platziere es gut sichtbar.
Tritt still zurück.
Die Leute bleiben stehen.
Sie schauen.
Sie denken.
Sie beruhigen sich.
Niemand kauft etwas.
Mission erfüllt.


9. HALTE EINE SITZUNG OHNE TAGESORDNUNG
Die PowerPoint zeigt eine Folie:
„Are we okay?”
Folie 2 ist ein Foto eines Kartons.
Es gibt keine Folie 3.
Wir nicken langsam.
Es fühlt sich an wie Führung.
Einige versuchen zu sprechen. Andere nicken noch langsamer.
Laura verschwindet leise und versteckt sich in der Schaumstoffkiste.
Niemand bemerkt es — und es fühlt sich dennoch wie Führung an.


10. DRUCKE DEINE GEFÜHLE AUS
Schreibe alles, was du denkst, in eine E-Mail.
Drucke sie aus. Zerreiß sie.
Lege sie in eine Schachtel und beschrifte sie:
„Fragile: Human.”
Stelle sie ins Regal neben „Q4 Goals” and „Unexplained Stress.”
Es ist Archivierung mit Seele.


11. BEENDE DEN TAG MIT KARTON UND RUHE
Um 17:00 versammeln wir uns im Lager.
Es riecht nach Druckfarbe, Kaffee und stiller Verzweiflung.
Wir schauen die Ente an und sagen im Chor:
„We made it.”
Niemand weiß wie.
Aber wir haben es.
Und niemand hat etwas gekauft.
Es fühlt sich an wie Erfolg.































